NPO-Blogparade: 9. Runde gestartet

Vom 9. Deutschen Seniorentag starte ich die 9. Runde der NPO-Blogparade mit dem Thema:
eLearning „Von Senioren für Senioren“.
Alle reden vom lebenslangen Lernen. Mich interessiert, wie die Praxis aussieht.
Zunächst stelle ich zwei Netzwerke vor, die sich mit dem Lernen per Internet beschäftigen.
Dann zeige ich drei Projekte und am Ende noch zwei Tools, die für das eLearning Anwendung finden können.

Das Senioren Netzwerk

Das Senioren Netzwerk


Im Dezember 2002 wurde der gemeinnütziger Verein „ViLE“ in Berlin gegründet. V i L E steht für „Virtuelles und reales Lern- und Kompetenz-Netzwerk für ältere Erwachsene“. Wir bieten interessierten Seniorinnen und Senioren (50 plus) aus ganz Deutschland eine Internetplattform für gemeinsame Projekte zu den unterschiedlichsten Interessengebieten.

Das Anliegen von ViLE ist es, die geistige Mobilität durch den Austausch mit anderen Menschen über das Internet auch im Alter zu erhalten, und durch gemeinsame Interessen Kontakte zu pflegen.

Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, so können Interessierte auch bei räumlicher Entfernung oder eingeschränkter Mobilität problemlos in Verbindung bleiben und zu verschiedenen Themen zusammen arbeiten. Darüber hinaus wird bei ViLE die persönliche Begegnung sehr geschätzt. Es finden regelmäßig überregionale Seminare zu ausgewählten Themen statt. Auf regionaler und lokaler Ebene bestehen Arbeitsgruppen, die sich regelmäßig zum Meinungsaustausch treffen.

Einige ViLE – Aktivitäten kurz aufgezeigt:

    Virtuelle Projekte und Kursangebote

  • „Gemeinsam lesen“: Nach eigenen Vorschlägen werden wichtige Werke deutscher und ausländischer Autoren gemeinsam gelesen, besprochen und im Internetforum diskutiert.
  • „Kulturtablett“: Es vermittelt Tipps aus dem kulturellen Bereich und organisiert gemeinsame Museums- und Ausstellungsbesuche.
  • „Koalitionsvertrag und Tagespolitik“, ein Projekt das den Repräsentanten der Bundesregierung und des Bundestages präzise Fragen gestellt hat. Die Antworten werden auf den ViLE-Seiten im Internet veröffentlicht und im Forum diskutiert.
  • „Ein Blick auf unsere Nachbarn“: Hier werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Länder rund um Deutschland untersucht und beschrieben.
  • „Forschendes Reisen“ bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit Gleichgesinnten auf Reisen tiefere Einblicke in Kultur und Geschichte der Reiseziele zu gewinnen.
  • „Kursangebote“: Im Rahmen unserer Kursangebote stellen besonders kompetente Mitglieder ihr Wissen den Teilnehmern zur Verfügung, seien es Computertechnik, Internet-know-how oder digitale Bildbearbeitung.
  • „Intergenerationelles Lernen“: in Kooperation mit dem Ulmer Lernnetzwerk KOJALA wurden bereits mehrere virtuelle Lernprojekte (z.B. virtuelle Lesepatenschaft, Globalisierung) von Jung und Alt durchgeführt. ViLE unterstützt auch die internetbasierte Kompetenzbörse von KOJALA.
  • „LernCafe“: ViLE gibt das erste Deutsche Online-Journal für bildungsinteressierte ältere Menschen heraus, dass von Senior-Online-Redakteuren/innen selbst gestaltet wird.

Die Idee zur Gründung des ViLE-Netzwerks entstand im Rahmen des Modellprojekts des ZAWiW der Universität Ulm „Gemeinsam lernen übers Netz“ im Modellversuchsprogramm „Lebenslanges Lernen“ der Bund-Länder-Kommission. ViLE ist seit Februar 2004 aktives Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V.

Senioren Lernen Online

Senioren Lernen Online


Wir möchten Seniorinnen und Senioren ein Lernen unabhängig vom Wohnort ermöglichen.

* Sie nutzen Computer und Internet, um rund um die Uhr und ohne den Aufenthaltsort zu verlassen Informationen zu erhalten.

Online-Medien:
Wir möchten bei der Nutzung moderner Medien helfen und zu lebenslangem Lernen anregen.

* Sie nutzen Computer und Internet, um an einem unserer Online-Kurse teilzunehmen.
* Sie nutzen Computer und Internet, um über einen unserer Weblogs oder Podcasts Informationen zu erhalten.

Eigenverantwortliche Tätigkeit:
Unsere ModeratorInnen und AutorInnen übernehmen in eigener Verantwortung die Organisation und Durchführung ihres Angebotes.

* Jede/jeder präsentiert in eigenen Weblogs Informationen als Texte oder stellt in eigenen Podcasts gesprochene Informationen zur Verfügung.
* Jede/jeder organisiert eigene Online-Kurse nach dem SLO-Konzept oder in Anlehnung daran.

Freiwilliges Engagement:
Unsere ModeratorInnen und AutorInnen sind im Freiwilligen Engagement tätig.

* Jede/Jeder arbeitet ohne Entgelt und insgesamt werden keine Überschüsse erwirtschaftet.

eLearning für Senioren

eLearning für Senioren


eLSe – eLearning für Senioren – möchte die Eingliederung älterer Menschen in die Kommunikations- und Informationsgesellschaft erleichtern bzw. den Ausschluss verhindern.

Das Projekt soll dazu beitragen, Seniorinnen und Senioren, in die Lage zu versetzen, Neue Medien, unabhängig von ihrem Wohnort oder etwaigen Mobilitätseinschränkungen, besser zu nutzen.

Mit eLSe entsteht eine innovative eLearning-Umgebung, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Lernerinnen und Lerner ausgerichtet ist. In virtuellen Kursen sollen den Seniorinnen und Senioren die Grundlagen der Computer- und Internetnutzung vermittelt werden mit dem Ziel die eigenständige und selbstbestimmte Nutzung von virtueller Information, Kommunikation und von eLearning-Angeboten zu erlernen.

Zielgruppe sind europäische Seniorinnen und Senioren, die keine oder fast keine Erfahrung mit dem Computer haben und an der Erweiterung ihrer Kompetenzen interessiert sind.

eLSe möchte insbesondere solche Seniorinnen und Senioren unterstützen, die krankheitsbedingt oder aus familiären Gründen ans Haus gebunden sind und/oder außerhalb der großen Ballungsräume wohnen.

Transnationaler Austausch

Transnationaler Austausch


Trotz der Fortschritte, die in den vergangenen Jahren erzielt wurden, bilden immer noch ältere Menschen denjenigen Bevölkerungsanteil mit dem größten Risiko hinsichtlich Armut und sozialem Ausschluss. Beschäftigung ist ein Schlüsselfaktor, nicht nur weil dadurch Einkommen erzeugt wird, sondern auch weil dadurch soziale Teilhabe und persönliche Entwicklung gefördert werden und der Lebensstandard im hohen Alter adäquat aufrechterhalten werden kann. Das Projekt hat zum Ziel, eine integrative Strategie für aktives Altern zu entwerfen, aufgrund derer die Arbeitsmarktsituation von älteren Berufstätigen (55+) verbessert und ihre Leistungsfähigkeit und Motivation erhöht werden kann, sich am Arbeitsleben weiter zu beteiligen bzw. wieder in den Arbeitsmarkt einzutreten. Das Projekt fördert auch transnationalen Austausch und Zusammenarbeit, um damit einige grundlegende Aspekte des demographischen Veränderungsmanagements auf europäischer Ebene anzusprechen und um den Austausch von gelungenen Praxisbeispielen und Erfahrungswerten zwischen den transnationalen Partnern zu ermöglichen.
Zur Webseite des Projekts

senTrain

senTrain


Was will SenTrain und warum ?

SeniorInnen gehören zweifellos zu den Zielgruppen, denen die höchste Priorität bei der Vermittlung von ICT-Kenntnissen und – Fertigkeiten zukommt. Dies hat folgende Gründe:

* Trotz vielfältiger Anstrengungen sind Senioren bei der Nutzung neuer Technologien deutlich unterrepräsentiert. Die letzte Eurostat Erhebung zur Internet-Nutzung in der EU zeigt erneut, dass drei von vier Personen über 65 Jahren keine Kenntnisse im Bereich Internet und Neue Kommunikationstechnologien besitzen. Die Zahlen sind dabei für Frauen noch deutlich schlechter als für Männer
* SeniorInnen könnten – abhängig von ihrer körperlichen und geistigen Verfassung, am meisten von neuen Technologien profitieren.
* Die Fähigkeit Internettechnologien im täglichen Leben zu nutzen kann zu einem unabhängigen und selbständigem Leben beitragen. Beispielsweise durch die Nutzung von Internetdiensten wie Allgemein-, Gesundheits- oder Sicherheitsberatung oder eGovernment, eBusiness und eLearning.
* Ein aktives Leben das auch den eigenständigen Erwerb neuer Fähigkeiten beinhaltet, ist das beste Training für körperliche und geistige Gesundheit. Deutlich wirksamer und kostengünstiger als Maßnahmen die erst ansetzen wenn bereits Defizite eingetreten sind.
* ICT Kenntnisse ermöglichen es Älteren ihr Wissen und ihre Erfahrung an die Gesellschaft zurückzugeben. Dies ist in einem alternden Europa mit abnehmenden Geburtenraten dringend erforderlich.

Es hat sich herausgestellt, dass die Wissensweitergabe an Ältere am Besten gelingt wenn man Senioren am Vermittlungsprozess beteiligt.

Senioren die ICT-Kenntnisse besitzen stellen für die Lerner motivierende Vorbilder dar; sie haben ein Gefühl für die Aufnahmefähigkeit der Älteren; sie profitieren für sich selber von neuen Aktivitäten und Verantwortlichkeiten; sie haben die nötige freie Zeit, das erforderliche Engagement und die nötige Ausdauer.

In Europa gibt es immer mehr Initiativen die den Ansatz der „Wissensweitergabe durch Gleichaltrige“ in der Seniorenbildung nutzen, aber bisher gibt es keinen Ansatz Leitlinien zu erarbeiten und die Qualität zu sichern.

Darüberhinaus gibt es ein deutliches Defizit auf der pädagogischen Seite. In den meisten Fällen reichen die didaktischen Fähigkeiten zur Vermittlung von ICT-Kenntnissen an Ältere nicht aus, da die Mehrzahl der potentiellen Senioren-Trainer in ihrem bisherigen Berufsleben keine Lehrerfahrungen im Feld der ICT haben. Meist haben sie überhaupt noch keine Lehrerfahrungen aber Berufserfahrungen in ICT.

Das Projekt SenTrain wird daher zu einer beachtlichen Verbesserung der ICT-Vermittlung an Ältere durch gleichaltrige Trainer führen. Es soll Anfänge einer Zertifizierung und eines Qualitätsmanagements auf diesem Sektor etablieren

Der Ansatz hierzu wird auf einer qualifizierten Bestärkung der Senioren basieren. Sie sollen durch ein für sie maßgeschneidertes Training und Coaching alle Verantwortung selbstsicher und überzeugt übernehmen.
Zur Webseite des Projekts

Tool 1: moodle

Tool 1: moodle


Moodle ist eine Software für Online-Lernplattformen. Sie arbeiten in Kursräumen mit den Teilnehmer/innen zusammen. Besonders stark ist Moodle in der Förderung der Kooperation. Die Erarbeitung von Lerninhalten in der Gruppe verbessert das Lernergebnis. Moodle eignet sich daher auch für die Projektgruppenarbeit, als Knowledgebase und für den Mitarbeiter- und Kundensupport.
Zu den standardmäßig in Moodle enthaltenen Lernaktivitäten zählt beispielsweise die „Abstimmung“, die einer kleinen Umfrage entspricht. Mit einer „Aufgabe“ kann der Lehrende eine Übung vorgeben, die von Kursteilnehmern bearbeitet werden muss und dann als Text oder hochzuladende Datei termingerecht abzugeben ist. Dies können beispielsweise Ausarbeitungen, Präsentationen oder Berichte sein.

Neben den weiteren Kommunikationsmodulen wie Chat, Forum und dem Mitteilungssystem (Messenger) beinhaltet Moodle auch eine Wikifunktion, welche das kollaborative Arbeiten an Texten ermöglicht. Blogs können im System direkt betrieben werden. Ein Testmodul zur bewerteten Abfrage der Lernerfolge kann über diverse Fragetypen – wie z. B. Multiple-Choice, Zuordnung und freien Text – verwendet werden.

Ilias

Ilias

ILIAS ist ein freies Learning Management System, mit dessen Hilfe sowohl Internet-basierte Lehr- und Lernmaterialien (für E-Learning) erstellt und verfügbar gemacht, als auch Kommunikation und Zusammenarbeit unter Lehrenden und Lernenden, Prüfungen und Evaluation, sowie didaktische Strukturen für komplette Kurse verwirklicht werden können.

Die Abkürzung ILIAS steht für Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System.

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20 Kommentare

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20 Antworten zu “NPO-Blogparade: 9. Runde gestartet

  1. Wie schön, dass hier die verschiedenen Lernanbebote, die sich beim Deutschen Seniorentag präsentierten zu finden sind. Ich möchte alle Leser dazu ermutigen, den einzelnen Möglichkeiten nachzugehen. Das Lernen mit Hilfe des Internet kostet natürlich Zeit wie alles Lernen, aber es spart Wege und Kosten. Und Sie werden auf geistig rege Menschen stoßen, mit denen es Freude macht Inhalte zu durchdringen. Vielleicht lesen Sie das LernCafe (www.LernCafe.de) oder Sie besuchen Vile (vile-netzwerk.de) – auf Wiedersehen im wwww. – R.L.

  2. Lieber Herr Schmidt,

    ich möchte mich ebenso dem Dank von Roswitha anschließen.

    Angesichts der im Alter stark im Vergleich zur durchschnittlichen Zahl der Internetnutzer/-innen abnehmenden Zahl ist es wichtig, auf sinnvolle Möglichkeiten zur Internetanwendungen hinzuweisen. Lernmöglichkeiten sind ein guter Teil davon.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch die Initiative „Internet erfahren“.

    Schönen Gruß,
    Ralph Schneider

  3. Lieber Herr Schmidt,

    danke für Ihren ausführlichen Bericht! Danke auch, dass Sie mit auf der Messe waren und mir den Einstieg in WordPress gegeben haben. So sind Sie nun immer mit meiner Seite verknüpft 🙂

    Unter http://www.lmsnews.com und dann ‚Testberichte‘ findet man übrigens eine Beschreibung zu den Lernplattformen moodle und ILIAs (allerdings von 2006).
    Außerdem findet man zu diesen Lernplattformen etwas unter:
    http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/iwm/service/eval/lcmsevaluation

    Herzliche Grüße
    Marion Meyerolbersleben

  4. Martin Hellstern

    Lieber Herr Schmidt,
    ich bin erschlagen von der Vielfalt der für das eLearning angebotenen Projekten und Tools. Das Netzwerk VILE kenne ich schon, mit dem Netzwerk SLO habe ich Kontakt seit der BiBB-Konferenz „Senioren aktiv-Europäische Bildungsprojekte“ am 15. und 16. Juni 2009 in Ulm. Für mich als Vorstand des seit 2008 gegründeten Vereins „Netzwerk für Senior-Internet-Initiativen Baden-Württemberg e.V.“ ist die von Ihnen erstellte Übersicht sehr informativ und lehrreich. Ich danke Ihnen dafür herzlich.
    Unser Netzwerk hat sich,wie viele Organisationen auch zur Aufgabe gemacht, ältere Menschen an die neuen Medien heran zu führen. Die Schwierigkeit besteht nun darin, das Tool und Projekt auszuwählen, welches für Senioren am geeignetsten ist.
    Mit herzlichen Grüßen
    Martin Hellstern

  5. Hanna Müller

    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    ich habe als ViLE-Mitglied auch an den drei Seniorentagen teilgenommen. Wie spannend jetzt Ihre ausführliche Zusammenstellung zu finden. Vielen Dank, Hanna Müller

  6. Komme nach mehrfacher Aufforderung endlich dazu, für die Nennung von Senioren-Lernen-Online zu danken. Leider kann ein noch so gut formulierter Blogbeitrag nicht die praktischen Erfahrungen ersetzen. Ich würde mich freuen, wenn ich Älteren bei den „zweiten“ Schritten im Netz helfen könnte.

  7. Hallo Herr Schmidt, unsre Antwort zu Ihrer Aufgabe finden Sie zur Gänze auf: http://www.pr-indianer.de

    (Anmerkung von Herbert Schmidt: Mein Service, der Link zur Antwort hier)

    „In der 9. Runde der NPO-Blogparade stellt Herbert Schmidt keine Frage.
    Vielmehr möchte er Anregungen haben. Anregungen zu einem Thema, welches sicherlich in der gemeinen Welt der Onlinenachrichten, des Twitterns und des Web 2.0 weniger Beachtung findet.
    Es geht um das vernachlässigte Thema des eLearnings von Senioren für Senioren.“

  8. Herbert Schmidt

    Hallo Ludger,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Bitte um Entschuldigung, dass ich im Kommentar gleich einen Link, direkt zur Antwort, angebracht habe.
    Bewusst habe ich keine Frage gestellt, sondern versucht das Thema zu beleuchten. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, das „vernachlässigte Thema“ zu beleuchten.
    Gruß
    Herbert Schmidt

  9. Hallo Herbert,
    dass Du bewusst keine Frage an die Community gerichtet hast, hatte ich mir schon gedacht. Dies hat die Sache nicht wirklich vereinfacht. 🙂 Für mich war es etwas ungewohnt, mir einen Überblick zu verschaffen. Es hat mir gezeigt, dass ich speziell in diesem Theme, Einiges nachzuarbeiten habe und dafür bin ich sehr dankbar. Das mit dem Link ist völlig in Ordnung.

    Beste Grüße
    Ludger Brenner

  10. Paul Held

    Lieber Herr Schmidt

    Es ist verdienstvoll, dass Sie in diesem Blog unterschiedliche einschlägige Initiativen zusammentragen.Allerdings hat sich für diesen Bereich noch kein „Markt“ entwickelt, somit ist es für Senioren derzeit noch nicht einfach, für sie maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote im Netz zu finden.
    Wir haben mit dieser Zielgruppe im Rahmen von (EU-)Projekten sehr ermutigende Erfahrungen gesammelt (siehe oben: ELSE, SENTRAIN). Da entsprechende Angebote jedoch nur sinnvoll sind, wenn sie gut betreut sind, ist es nicht trivial, Kostendeckung zu erreichen.
    Dass das Thema vernachlässigt ist, wie Herr Brenner anmerkt, trifft durchaus zu. Dies ist auch das Ergebnis eines Gutachtens, das wir im Jahr 2007 für die Bundesregierung erstellt haben. Dabei ist das Potential von E-Learning für Senioren bemerkenswert. Hier ein paar Argumente:
    – Das Lernen kommt zur Lernenden, d.h. die gewohnte sichere Umgebung bleibt erhalten, reduzierte Mobilität kann kompensiert werden;
    – flexible Zeitkontingente können genutzt und perfekt auf den individuellen Tagesrhythmus abgestimmt werden;
    – persönliches, individuelles Lerntempo wird ermöglicht, was für ‚Lernentwöhnte‘ besonders wichtig ist;
    – kein Konkurrenzdruck durch Anwesenheit von “Schnelleren“
    – bessere asynchrone und synchrone Feedback Möglichkeiten;
    – individuellere Unterstützungsmöglichkeiten, besser als bei Präsenz.

    Soviel für heute
    Paul Held

  11. Brigitte Höfer

    Lieber Herr Schmidt,

    … zwei Netzwerke, drei Projekte und zwei Tools: danke für die für mich wichtige Hierarchisierung der Projekte, die fast immer nur mit ihrem Namen auftreten.
    (Aber Äpfel sind keine Birnen und Obst ist mehr als Kirsche. Oder so ähnlich.)

    Können Sie mir einen Hinweis geben, wie man einen seriösen Blog erstellt? Wo finde ich Informationen und Anleitung dazu?

    Liebe Grüße, Brigitte Höfer (60+)

  12. Hallo Herr Schmidt!
    Super, ihre Zusammenstellung. Ich habe bisher immer nur ihr Blog http://blogpate.wordpress.com/
    gesehen, das wir ja auch bei uns verlinkt haben. Ich bin gespannt, bald mehr von Ihnen zu hören. Herzliche Grüße aus Bielefeld von den Internet-Patinnen und -Paten!;-) Nina Reining (www.internetpaten.info)

  13. Hallo Herbert,
    eine wirklich gelungene Zusammenstellung! In dem Thema bin ich nicht allzu kundig, möchte aber zum Thema auf folgende Links hinweisen, auf die ich gestoßen bin: http://www.sencity.de/, http://www.metareha.com/Community/Senioren/index.html und http://www.seniorennet.de/ – besonders Sencity orientiert sich stark Richtung Web 2.0 und Communities für Senior/innen.

  14. Hallo Herbert,ich schließe mich da allen anderen KommentatorInnen an: ein interessanter Einstieg in ein Thema, von dem ich wenig Ahnung habe.

    Zwei Anmerkungen: Wenn wir von Lernen sprechen, heißt das immer auch, dass es irgendwo jemanden geben muss, der auch lehrt. Gerade ältere Menschen können auf Grund ihrer Erfahrungen und ihres Wissens sehr viel an andere Menschen weitergeben. Dass sich dafür das Internet und hier besonders das Web2.0 gut eignet, muss ich nicht extra betonen.

    Es gibt einige schöne Beispiele, in denen ältere Menschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Menschen weitergeben. Dazu gehört für mich unter anderem Hans Frackowiak, der mit seinen 79 Jahren das Blog Castroper Geschichten betreibt. Er gibt aber nicht nur sein wertvolles Wissen weiter, sondern er hat sich dafür ein Wissen angeeignet, das nötig ist, um so ein Blog überhaupt führen zu können.

    Womit ich beim zweiten Punkt bin, dem informellen Lernen, das meiner Meinung nach auch sehr wichtig ist, wenn es um die Frage geht, wie Online-Lernangebote für SeniorInnen aussehen können.

    Wichtig ist es, Angebote zu entwickeln, die auch älteren Menschen den Zugang zum PC und zum Internet ermöglichen bzw. Anreize schaffen, sich damit zu beschäftigen. Ob das nun das Online-Banking ist oder ein Social Network, spielt eigentlich keine Rolle. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Barrierefreiheit, z.B. das Angebot einer großen Schrift.

    Um den Umgang mit der digitalen Welt zu lernen, denke ich gar nicht unbedingt nur an Lernangebote, sondern an Dinge, die für ältere Menschen eine Nutzen haben. Die Zahl der Comupter, die uns umgibt, steigt von Jahr zu Jahr und damit meine ich nicht den Zweit- oder Drittcomputer, sondern das, was wir als Ambient Intelligence bezeichnen. Darunter verstehen wir eine intelligente Umgebung, die sensitiv und adaptiv auf die Anwesenheit von Menschen und Objekten reagiert und uns dabei vielfältige Dienste leistet.

    Technologisch basiert Ambient Intelligence auf einem Netzwerk miteinander vernetzter rechnender Knoten, „welche über verschiedene Sensoren Informationen sammeln, diese verarbeiten und über Aktuatoren auf die Umgebung einwirken“ (Quelle: DBpedia.org).

    Das heißt, unsere Umgebung umfasst ein immer dichter werdendes digitales Netz, ob wir das wollen oder nicht. Die Herausforderung besteht darin, damit umgehen zu lernen und das kann durch formales, aber eben auch durch informelles Lernen geschehen. Ein spannendes Thema!

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  16. Wolfgang Stodieck

    Christian Henner-Fehr hat Recht. Es gibt bereits heute viele ältere Menschen, die gerne ihr Berufswissen und Lebenserfahrungen an andere weitergeben. Sie wurden im Rahmen des Bundesmodellprogramms von 2002 bis 2006 zu EFI seniorTrainern ausgebildet. EFI steht dabei für „Erfahrungswissen für Initiativen“. Es erleichtert natürlich ungemein den Austausch von Erfahrungen mit anderen, wenn man dafür das Internet benutzen kann. Eine Schulung – wie hier im Blog besprochen – ist eine wichtige Hilfe. Die Verbindung untereinander geschieht bei uns EFI’s beispielsweise über den Blog http://efibayern.wordpress.de

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  19. Die Zusammenfassung ist aus meiner Sicht sehr dicht und informativ. Herzlichen Dank an Herbert Schmidt dafür!
    Als jemand, der eine e-learning-Konzeption für die Ausbildung zum/zur seniorTrainerIn entworfen hat, frage ich mich, warum die Möglichkeiten von e-learning oder von Blended learning (Verbindung von Online- und Präsenzlernen) so wenig genutzt werden. Die Vorteile sind in diesem Blog gut beschrieben.

  20. Pingback: eLearning für Senioren - Die 9. Runde der NPO-Blogparade | Die PR>Indianer