Auswertung der 9. Runde der NPO-Blogparade zum Thema „eLearning von und für Senioren“

eLearning - © Rainer Sturm / PIXELIO

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Zum Thema „eLearning von Senioren für Senioren“ gab es 19 Kommentare. Recht herzlichen Dank an alle für die Beiträge.
Einen Hinweis in einem der Kommentare, wonach „eLearning von Senioren für Senioren“ ein vernachlässigtes Thema ist, kann ich eigentlich nur bestätigen. Nachfragen und Angebote halten sich zur Zeit noch in Grenzen. Über eine weitere schmerzliche Erfahrung muss ich einfach berichten. Ich habe einige Organisation und Institutionen, sowie Fachleute, die als eLearnng-Experten anzusehen sind, persönlich angeschrieben und um Mitarbeit bzw. einen Kommentar zum Thema gebeten. Leider wurde meiner Bitte in den wenigsten Fällen entsprochen.

Bewußt habe ich die sonst hier übliche Fragestellung nicht eingesetzt, sondern das Thema, ohne jede Bewertung, dargestellt. Dass diese Darstellung nicht vollständig war, wußte ich und konnte/mußte damit leben.

Roswitha L., engagiert bei ViLE, schreibt:
Das Lernen mit Hilfe des Internet kostet natürlich Zeit wie alles Lernen, aber es spart Wege und Kosten. Und Sie werden auf geistig rege Menschen stoßen, mit denen es Freude macht Inhalte zu durchdringen.

Martin Hellstern schrieb:
Für mich als Vorstand des seit 2008 gegründeten Vereins “Netzwerk für Senior-Internet-Initiativen Baden-Württemberg e.V.” ist die von Ihnen erstellte Übersicht sehr informativ und lehrreich. Ich danke Ihnen dafür herzlich.

Horst Sievert bringt die praktische Erfahrung ins Spiel, wenn er sagt:
„Leider kann ein noch so gut formulierter Blogbeitrag nicht die praktischen Erfahrungen ersetzen.“

Ludger Brenner setzt sich sehr detailliert mit der Thematik auseinander und gibt wertvolle Ergänzungen und zusätzliche Einblicke, deshalb ist aus meiner subjektiven Sicht, das Lesen seines kompletten Beitrages schon fast eine Pflicht. Seine Wertung, wonach: „Das eLearning bildet in der heutigen Wissensgesellschaft eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für das lebenslange Lernen. Es ermöglicht, die Ressource Wissen für jeden Menschen individualisiert abzurufen und entsprechend seiner Fähigkeiten, anzuwenden und umzusetzen.“ kann ich nur unterstützen. Auch mit seiner Aussage: „Gerade im Bereich des eLearnings und dem gesteigerten Interesse an mediengestütztem Lernen in der heterogenen Gruppe der älteren Menschen, ist eine vertiefende Ausrichtung des Marktes an die Situation mehr als wünschenswert.
Doch genau an dieser Stelle hakt es.“ trifft er den Kern des Problems.

Paul Held kommt mit seiner Aussage: „Allerdings hat sich für diesen Bereich noch kein “Markt” entwickelt, somit ist es für Senioren derzeit noch nicht einfach, für sie maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote im Netz zu finden.“ der Realität sehr nahe. Er verweist aber auch auf Erfolge, dass dieser Zielgruppe im Rahmen von (EU-)Projekten sehr ermutigende Erfahrungen gesammelt wurden. Er bestätigt auch dass das Thema vernachlässigt ist und ergänzt seine Ausführungen mit Argumenten für das eLearninng:

  • Das Lernen kommt zur Lernenden,
  • flexible Zeitkontingente können genutzt werden,
  • persönliches, individuelles Lerntempo wird ermöglicht und
  • kein Konkurrenzdruck durch Anwesenheit von “Schnelleren“.
  • Günter Bressau verweist auf praktische Beispiele, die Web 2.0 verwenden, insbesondere auf Sencity.de und begründet dies mit: „orientiert sich stark Richtung Web 2.0 und Communities für Senior/innen.“
    Anmerkung dazu von Schmidt: „Mir sind 2 weitere Communities sehr gut gekannt, die ebenfalls Web 2.0 oder besser das Mit-Mach-Web einsetzen. Der Seniorentreff mit seiner Bildergalerie, Chat und Foren und Feierabend

    Christian Henner-Fehr gesteht ein, dass dies ein Thema ist, von dem er aber wenig Ahnung hat, kommt aber doch zu wertviollen anregungen und Ergänzungen wenn er sagt:
    „Zwei Anmerkungen:
    Wenn wir von Lernen sprechen, heißt das immer auch, dass es irgendwo jemanden geben muss, der auch lehrt. Gerade ältere Menschen können auf Grund ihrer Erfahrungen und ihres Wissens sehr viel an andere Menschen weitergeben. Dass sich dafür das Internet und hier besonders das Web2.0 gut eignet, muss ich nicht extra betonen.
    Der zweite Punkt, das informellen Lernen, das meiner Meinung nach auch sehr wichtig ist, wenn es um die Frage geht, wie Online-Lernangebote für SeniorInnen aussehen können.
    Wichtig ist es, Angebote zu entwickeln, die auch älteren Menschen den Zugang zum PC und zum Internet ermöglichen bzw. Anreize schaffen, sich damit zu beschäftigen.“
    Zum Schluss fasst er zusammen: „….unsere Umgebung umfasst ein immer dichter werdendes digitales Netz, ob wir das wollen oder nicht. Die Herausforderung besteht darin, damit umgehen zu lernen und das kann durch formales, aber eben auch durch informelles Lernen geschehen. Ein spannendes Thema!“ Womit er aus meiner Sicht vollkommen Recht hat.

    Dr. Ing. Wolfgang Stodieck Vorstandsmitglied von EFI Bayern e.V.
    bestätigt: „Es gibt bereits heute viele ältere Menschen, die gerne ihr Berufswissen und Lebenserfahrungen an andere weitergeben. Sie wurden im Rahmen des Bundesmodellprogramms von 2002 bis 2006 zu EFI seniorTrainern ausgebildet. EFI steht dabei für “Erfahrungswissen für Initiativen”. Es erleichtert natürlich ungemein den Austausch von Erfahrungen mit anderen, wenn man dafür das Internet benutzen kann.“

    Dr. Brigitte Reiser rundet das Thema ab, indem sie Anforderungen an die NPOs und die Akteuere formuliert:
    „Die meisten gemeinnützigen Organisationen können die Rolle eines Brückenbauers in die digitale Welt, der nicht nur Kompetenzen vermittelt, sondern Menschen und Gruppen auch zur digitalen Partizipation ermuntert, noch nicht einnehmen. Die meisten Nonprofits stehen dem Internet noch kritisch gegenüber und können sich mit dem Netz nicht recht anfreunden.“ Hier ist ein großes Einsatzgebiet für das eLearning.
    Ihr Beitrag schlägt einen so großen Bogen und schließt das „Nationale Forum für Engagement und Partizipation“ mit ein.
    Wenn auch hier das eigentliche Thema „eLearning“ verlassen wird, so lohnt sich aus meiner Sicht ein Abstecher. 🙂

    Ganz zum Schluss kommt Bernhard Eder zu der Feststellung:
    „Die Zusammenfassung ist aus meiner Sicht sehr dicht und informativ. Herzlichen Dank an Herbert Schmidt dafür!
    Als jemand, der eine e-learning-Konzeption für die Ausbildung zum/zur seniorTrainerIn entworfen hat, frage ich mich, warum die Möglichkeiten von e-learning oder von Blended learning (Verbindung von Online- und Präsenzlernen) so wenig genutzt werden. Die Vorteile sind in diesem Blog gut beschrieben.“

    Womit wir die eigentliche Fragestellung haben:“ Warum kommt eLearning von Senioren für Senioren so wenig zum Einsatz?“

    Bei allen, die hier nicht namentlich aufgeführt sind, muss ich mich entschuldigen. Es ist keine Missachtung der Beiträge. Ich wollte und musste mich bei der Auswertung auf einige Kernaussagen beschränken, empfehle aber, den Originalartikel mit allen Kommentaren zu lesen, nur so erhält man einen wirklichen Überblick über alle Beiträge.

    Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.
    Würzburg, den 13.7.2009
    Herbert Schmidt

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